Resolution: Gestufte
Lehramtsstudiengänge (BA/MA)
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Philosophischer Fakultätentag
Plenarversammlung Trier 04.07.-06.07.2002
Der Philosophische Fakultätentag erklärt ausdrücklich
seine Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung an der Ausarbeitung eines
zukunftsorientierten, professionell und effektiv gestalteten Reformkonzepts
der Lehrerausbildung. Dabei sind verschiedene Studienmodelle denkbar,
zu denen auch die Einführung gestufter Studiengänge (BA/MA)
gehört.
1. Im Vordergrund aller Reformbemühungen muss unabhängig
vom gewählten Studienmodell die Qualitätssicherung der
Lehrerausbildung stehen. Deshalb ist die Vermittlung umfassenden
und gründlichen Fachwissens an die zukünftigen Lehrer
und Lehrerinnen ebenso unentbehrlich wie die Beibehaltung des Zusammenhangs
von Forschung und Lehre in den ausbildenden Universitätseinrichtungen.
Lehrer und Lehrerinnen dürfen nicht nur etwas mehr wissen als
die Auszubildenden; sie müssen die fachlichen Hintergründe
und Zusammenhänge kennen und diese in angemessenem Umfang auch
vermitteln können.
2. Die Konsequenzen der PISA-Studie erfordern gerade in einer sozialökonomisch
auf herausragende Leistungen angewiesenen Gesellschaft eine verstärkte
fachwissenschaftliche Ausbildung der künftigen Lehrer und solide
erziehungswissenschaftliche Kompetenzen.
3. Auch in gestuften Studiengängen müssen deshalb sowohl
in der ersten Studienphase (Bakkalaureus/ Bachelor) als auch in der
zweiten Studienphase (Magister/ Master) die fachwissenschaftlichen
Studienanteile im Vordergrund stehen. Es wäre verhängnisvoll,
wenn man die fachwissenschaftlichen Studieneinheiten nur auf einen
der beiden Studienabschnitte konzentrierte und für den anderen
Studienabschnitt vorwiegend erziehungswissenschaftliche und didaktische
Module vorsähe. Ein fachwissenschaftliches Kurzstudium
bis zum Bakkalaureus oder erst in der Magisterphase könnte
in keiner Weise die für künftige Lehrer und Lehrerinnen
notwendige Sachkompetenz und Methodenerfahrung vermitteln. In beiden
Phasen gestufter Studiengänge müssen entsprechende Studienanteile
('Module') künftigen Lehrern und Lehrerinnen gründliche
erziehungswissenschaftliche Kompetenzen ermöglichen.
4. Lehrerstudiengänge dürfen nicht additiv, sondern müssen
nach Schularten differenziert konstruiert werden. Ebenso sollte
das Referendariat nicht in die zweite Studienphase integriert, sondern
als eigene, unmittelbar in die Praxis einführende Ausbildungsphase
erhalten bleiben.
5. Zur nationalen und internationalen Qualitätssicherung gehört
es, dass weiterhin eine gegenseitige Anerkennung von Studienabschlüssen
Mobilität ermöglicht. Umso wichtiger ist es, dass nicht
in einzelnen Bundesländern Sonderwege eingeschlagen werden.
Auch für Studierende der Lehrämter muss die Promotionsmöglichkeit
und der Weg in andere Berufsfelder erhalten bleiben.
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