Resolution: Druckkostenzuschüsse
der DFG
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Philosophischer Fakultätentag
Plenarversammlung Dresden 29.11.-01.12.2001
Der Philosophische Fakultätentag wendet sich mit Nachdruck
gegen die beabsichtigte Abschaffung der Druckkostenzuschüsse
der DFG für die Publikation von Monographien (darunter auch
Habilitationsschriften), Sammelbänden und hervorragenden Dissertationen.
Dies beträfe insbesondere die Geistes- und Sozialwissenschaften,
für die die Druckbeihilfen zu einem unabdingbaren Instrument
der Publikation ihrer wissenschaftlichen Ergebnisse geworden sind.
Diese müssen nämlich - anders als in Natur- und Ingenieurwissenschaften
oder in der Medizin - in größeren Darstellungszusammenhängen
erarbeitet und der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich
gemacht werden; Zeitschriftenaufsätze und kürzere Abhandlungen,
die in den Natur- und Technikwissenschaften überwiegen, sind
in den Geistes- und Sozialwissenschaften nur für die Klärung
von Detailfragen ausreichend. Wie die Wissenschaftsgeschichte der
geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen beweist, gehören
größere Buchpublikationen essentiell zu ihrer Wissenschaftskultur
und repräsentieren die deutsche Wissenschaft so auch im Ausland.
Der finanzielle Aufwand für die Drucklegung geistes- und sozialwissenschaftlicher
Publikationen übersteigt bei weitem die Finanzkraft der Autorinnen
und Autoren, die sich häufig noch in ihrer Qualifikationsphase
befinden. Außerdem können sie auf keine Industrieförderung
zurückgreifen, da ihre Ergebnisse zumeist nicht direkt in Wirtschaftsprozessen
verwertbar sind.
Im Vergleich zu den Leistungen im natur- und technikwissenschaftlichen
Bereich stellen die Zuwendungen für die Geistes- und Sozialwissenschaften
nur etwa 15% des Gesamtfördervolumens der DFG dar. Das Argument
einer möglichen Überlastung von Gutachtern der DFG ist
nicht stichhaltig, da schon eine organisatorische Änderung
dem leicht abhelfen könnte. Außerdem würde eine
Umstellung auf reine Projektförderung keine wirkliche Entlastung
bringen, sondern nur das Problem verlagern. Dies entspräche
in der Regel auch nicht den Arbeits- und Forschungsprozessen geistes-
und sozialwissenschaftlicher Fächer.
Da es zum Satzungsauftrag und zur Tradition der DFG gehört,
Forschung in allen wissenschaftlichen Disziplinen zu fördern,
erwartet der Philosophische Fakultätentag die Beibehaltung
der bisherigen Praxis der DFG.
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