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Resolution: Notenvergabe

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Philosophischer Fakultätentag
Plenarversammlung Halle a. d. Saale 27. - 29.11.2003

Der Philosophische Fakultätentag spricht sich nachdrücklich für eine differenzierte Beurteilung studentischer Leistungen aus. ›Kuschelnoten‹ beschädigen das Ansehen der jeweiligen Fächer und sind auch für die Chancen der Universitätsabsolventen am Arbeitsmarkt kontraproduktiv.

Gerade angesichts des aktuellen Massenandrangs an den Hochschulen, mit dem sich viele Fächer konfrontiert sehen, müssen die Leistungsunterschiede der Studierenden deutlich hervorgehoben werden. An die Möglichkeit, das gesamte Notenspektrum auszuschöpfen, ist zu erinnern. Bestnoten sollten nicht inflationär vergeben werden, sondern herausragenden Leistungen vorbehalten bleiben. Die großzügige Vergabe sehr guter Noten geht mit einer mangelnden Würdigung der leistungsstärksten Studierenden einher.

Eine Koppelung der Mittelvergabe an Abschlussnoten und Abschlussquoten wäre folglich eine leistungsfeindliche Maßnahme, die es entschieden abzulehnen gilt.

Der Philosophische Fakultätentag appelliert an die Mitgliedsfakultäten und -fachbereiche, sich der Notengebung mit großer Gewissenhaftigkeit zuzuwenden und sich selbstkritisch mit der je eigenen Praxis der Notenvergabe auseinander zu setzen.

Folgende Maßnahmen erscheinen geeignet, die Notenvergabe an Universitäten zu objektivieren:

  • die Entwicklung von Leistungsstandards in den einzelnen Fächern;
  • das Festsetzen des Anteils schriftlicher Prüfungen mindestens auf die Hälfte der Prüfungsleistungen;
  • die anonyme Bewertung schriftlicher Prüfungsleistungen durch Zweitgutachter;
  • die fachkompetente Dokumentation mündlicher Prüfungsleistungen durch ein Verlaufsprotokoll;
  • die Erstellung fach- und prüferspezifischer Benotungslisten durch die Prüfungsämter zur Einsicht für die Prüfer.

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